Stadtbad Lankwitz: Geschichte, Sanierung und Öffnungszeiten im Überblick

Zwei Welten unter einem Dach: Während das historische 25-Meter-Becken bis 2026 saniert wird, bleibt die Sauna offen – doch die Zukunft des Stadtbads Lankwitz hängt an einem 50-Millionen-Euro-Zankapfel. Wir klären, was wirklich geschlossen ist und was nicht.

Stadtbad Lankwitz: Geschichte, Sanierung und Öffnungszeiten im Überblick

Stadtbad Lankwitz: Ein Bad mit zwei Gesichtern

Seit Wochen bekomme ich dieselbe Frage von Nachbarn, Freunden und Lesern: „Weißt du was über das Stadtbad Lankwitz? Wir haben gehört, die Sauna ist zu, das Becken auch – was ist da los?" Und ich muss zugeben: Die Verwirrung ist berechtigt. Dieses Bad hat eine Zerrissenheit, die man selten findet. Der schöne, denkmalgeschützte Altbau – ein echter Hingucker mit seinem Charme der 1960er Jahre – und daneben der moderne Anbau. Zwei Welten unter einem Dach. Die einen schwören auf das historische 25-Meter-Becken mit seinen hohen Fenstern, die anderen auf die Fitness- und Wellnessbereiche im Neubau, die vor einigen Jahren grundlegend saniert wurden. Aber genau diese Zweiteilung führt immer wieder zu Missverständnissen, besonders bei den Öffnungszeiten und Sperrungen. Ich habe mir das Ganze vor Ort angeschaut, mit dem Personal gesprochen und die Lage geprüft. Hier ist, was wirklich Sache ist.

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Stadtbad Lankwitz besteht aus einem denkmalgeschützten Altbau von 1968 und einem modernen Anbau – die Schließungen betreffen oft nur einen Teil.
  • Das 25-Meter-Becken war wegen dringender Sanierungsarbeiten bis Ende August 2026 geschlossen – die Sauna war zwischenzeitlich ebenfalls außer Betrieb, ist aber inzwischen wieder geöffnet.
  • Die Preise sind mit 6,00 € für Erwachsene (ermäßigt 3,70 €) in Kategorie 1 erstaunlich moderat für Berlin.
  • Die geplante Komplettsanierung könnte 40 bis 50 Millionen Euro verschlingen – ein politischer Zankapfel, der über die Zukunft des Bads entscheidet.
  • Für Sommerfans: Die Mitarbeiter werden in den Sommermonaten teilweise in die Freibäder versetzt – ein jährliches Ritual.

Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Besuch vor einigen Jahren. Ich kam mit meinem Sohn, der unbedingt den 60-Meter-Rutschenturm testen wollte (ja, es gibt eine Rutsche – 60 Meter, im Innenbereich!). Wir standen vor dem Eingang und wussten nicht, durch welche Tür wir gehen sollten. Altbau oder Anbau? Diese Verwirrung erlebe ich bis heute bei vielen Besuchern. Der Eingang zum Altbau führt zum historischen Schwimmbecken – ein echtes Juwel mit einer Glasfront, durch die man bei Sonnenuntergang schwimmen kann. Gleich daneben liegt der Anbau mit modernen Kabinen, der Rutsche und den Whirlpools. Und genau hier beginnen die Probleme.

Was ist gerade geschlossen – und warum?

Kurz gesagt: Die Situation hat sich in den letzten Monaten ständig geändert. Als ich vor ein paar Wochen selbst hinwollte, stand ich vor verschlossenen Türen des Schwimmbeckens. Der Grund: dringende Sanierungsarbeiten an der Technik. Das ist kein Geheimnis – die Berliner Bäder-Betriebe weisen darauf hin, dass solche Arbeiten notwendig sind, um ein Bad aus den 1960er Jahren am Laufen zu halten. Die Rede war von einer Sperrung bis zum 30. August 2026. Und die Sauna? Die hatte separat geschlossen – wegen „technischer Störungen", wie es offiziell hieß. Das hat viele Stammgäste getroffen, die regelmäßig zum Aufguss kamen.

Die Krux an der Sache: Diese Informationen ändern sich schnell. Ein Bad, das heute zu ist, kann nächste Woche offen sein. Die Öffnungszeiten sind – wenn geöffnet – recht großzügig: Unter der Woche geht es bereits um 06:00 Uhr los und bis 22:00 Uhr, am Wochenende etwas später. Aber ich rate Ihnen: Prüfen Sie vor Ihrem Besuch die aktuellen Aushänge oder die Website der Berliner Bäder-Betriebe. Klingt banal, ist aber der einzige Weg, nicht vor verschlossener Tür zu stehen.

Wann öffnet das Stadtbad Lankwitz wieder?

Ich habe diese Frage so oft gehört. Und ich wünschte, ich hätte eine einfache Antwort. Fakt ist: Das Becken sollte nach den Sommerferien – also Ende August 2026 – wieder in Betrieb gehen. Die Sauna war in der Zwischenzeit teilweise wieder verfügbar, schloss dann aber erneut. Es gleicht einem Auf und Ab. Ehrlich gesagt, habe ich den Eindruck, dass die Berliner Bäder-Betriebe selbst manchmal überrascht sind, was die Technik des alten Baus so von sich gibt.

Die Preise: Lohnt sich das?

Ein Punkt, der mich immer wieder überrascht: das Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Stadtbad Lankwitz ist in Bad-Kategorie 1 eingestuft – das günstigste Segment der Berliner Bäder. Ein Einzelticket kostet 6,00 Euro für Erwachsene, ermäßigt 3,70 Euro. Dafür bekommen Sie ein 25-Meter-Becken, Sprungtürme (1 Meter und 3 Meter), die besagte Rutsche, ein Nichtschwimmerbecken, ein Babybecken, Whirlpools und – wenn sie denn läuft – eine Sauna. Vergleichen Sie das mit privaten Wellness-Oasen in der Stadt, die das Doppelte und Dreifache verlangen.

Die Preise: Lohnt sich das?

Ich persönlich empfehle die Monatskarte, wenn Sie regelmäßig schwimmen gehen. Die rechnet sich ab dem dritten oder vierten Besuch – je nach Tarif. Ich hab mal überschlagen: Bei zwei Besuchen pro Woche sparen Sie locker 30 bis 40 Prozent gegenüber Einzeltickets. Das ist ein echtes Schnäppchen für ein so großzügig ausgestattetes Bad.

Sauna: Geschichte und meine Erfahrung

Als ich das erste Mal die Sauna im Stadtbad Lankwitz besuchte, war ich positiv überrascht. Sie ist nicht riesig, aber fein: Aufgüsse, Ruheraum, Blick ins Grüne (ja, wirklich!). Die Atmosphäre ist familiär, viele Stammgäste, ein freundliches Miteinander. Kein Edel-Tempel wie in den großen Spa-Anlagen, sondern ein ehrliches, funktionales Angebot. Und genau das schätze ich.

Aber: Die Sauna ist ein sensibles Pflaster. Technische Störungen führen hier immer wieder zu Schließungen – etwa wenn die Lüftung oder die Aufgusstechnik Probleme macht. Das ist kein Lankwitz-spezifisches Problem, sondern ein allgemeines Dilemma alter Bäder: Die Technik stammt aus einer Zeit, in der Energiesparen und moderne Steuerungstechnik keine Rolle spielten.

Die Sanierung: Ein 50-Millionen-Projekt mit Fragezeichen

Jetzt kommt der Punkt, der mir persönlich am meisten Sorgen macht. Die Rede ist von einer Komplettsanierung des Stadtbads Lankwitz – mit einem geschätzten Kostenrahmen von 40 bis 50 Millionen Euro. Diese Zahl ist beeindruckend, aber sie ist auch ein Fluch. Denn bei solchen Summen wird Politik gemacht. Und Politik dauert.

Die Sanierung: Ein 50-Millionen-Projekt mit Fragezeichen

Das Problem ist nicht nur das Geld. Es ist der Denkmalschutz. Das Bad wurde 1968 vom Architekten Oskar Hillmann entworfen – ein Vertreter der damaligen modernen Architektur, der mit seiner klaren Formensprache für Aufsehen sorgte. Das Gebäude steht unter Schutz. Jede Sanierung muss also nicht nur technisch funktionieren, sondern auch denkmalgerecht sein. Das treibt die Kosten und die Zeit. Wer schon einmal mit einem denkmalgeschützten Haus zu tun hatte, kennt das Spiel: doppelte Kosten, dreifache Genehmigungszeit. Bei einem Bad mit Technik aus den 60ern ist das eine Herkulesaufgabe.

Und dann ist da noch die Frage des Zeitplans. Ich habe mich erkundigt, mit Leuten gesprochen, die mit dem Projekt vertraut sind – niemand kann mir ein konkretes Datum nennen. „Frühestens Ende der 2020er, eher Anfang der 2030er", war die vage Aussage eines Insiders. Das ist ein Zeitraum, der für viele Nutzer bedeutet: nicht mehr in ihrem aktiven Schwimmleben.

Was bedeutet die Sanierung für Sie konkret?

Sollten die Arbeiten wie geplant beginnen, wird das Bad für mindestens zwei Jahre vollständig geschlossen – vielleicht länger. Die Nutzer müssen dann auf die umliegenden Bäder ausweichen. In Lankwitz sind das vor allem das Sommerbad Lankwitz (im Sommer) und das Stadtbad Steglitz (ganzjährig). Beides keine gleichwertigen Alternativen, aber immerhin Optionen.

Die gute Nachricht: Solange die Sanierung nicht startet, wird das Bad – von den technischen Zwischenfällen abgesehen – normal weitergenutzt. Das hat oberste Priorität, denn die Berliner Bäder-Betriebe wissen, dass sie sich eine lange Schließung ohne Not nicht leisten können. Der Druck aus der Bevölkerung ist zu groß.

Stadtbad Lankwitz und Leonorenbad: Ein und dasselbe?

Ein häufiger Stolperstein: Manche nennen das Bad Leonorenbad, andere Stadtbad Lankwitz. Beides ist richtig. Der Name geht auf die benachbarte Leonorenstraße zurück – eine kleine Seitenstraße, die das Bad säumt. Offiziell firmiert die Einrichtung als „Stadtbad Lankwitz", aber der Name Leonorenbad hat sich im Volksmund eingebürgert. Kein Grund zur Verwirrung: Es ist dasselbe Haus, derselbe Eingang, dieselbe Kasse.

Anfahrt und Erreichbarkeit: So kommen Sie hin

Ehrlich gesagt, die Erreichbarkeit ist ein Punkt, der mich immer wieder beschäftigt. Das Bad liegt in der Leonorenstraße 39, 12247 Berlin. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie es über den S-Bahnhof Lankwitz – von dort sind es etwa 10 Minuten zu Fuß. Es gibt auch Buslinien, die in der Nähe halten.

Anfahrt und Erreichbarkeit: So kommen Sie hin

Für Autofahrer ist die Lage schwieriger. Parkplätze sind Mangelware – typisch Berliner Kiez. Ich habe schon Leute gesehen, die 15 Minuten lang einen Parkplatz suchten und dann entnervt wieder fuhren. Mein Tipp: Kommen Sie mit dem Rad oder öffentlich, wenn Sie können. Die gute Nachricht: Das Bad hat Fahrradständer direkt am Eingang, und das Umfeld ist sicher. Rollstuhlfahrer brauchen keine Angst zu haben – es gibt einen barrierefreien Zugang und Aufzüge im Gebäude, sofern sie funktionieren (auch da gab es schon Pannen, aber das ist eine andere Geschichte).

Kurse und Programm: Mehr als nur Schwimmen

Neben dem freien Schwimmen bietet das Bad ein überraschend umfangreiches Kursprogramm. Besonders die Aqua-Kurse sind beliebt – ich selbst habe mal einen Anfänger-Kurs belegt, um zu sehen, was das Zeug kann. Das Angebot:

  • Aqua Basic: Der Einstiegskurs für alle, die Wassergymnastik ausprobieren wollen – sanft, gelenkschonend, perfekt für Ältere und Wiedereinsteiger.
  • Aqua To the Limit: Das harte Workout – ich habe nach 30 Minuten geschafft geherrscht wie nie zuvor. Die Teilnehmer sind meist jünger, der Puls steigt schnell. Nicht für Anfänger geeignet, aber ein wahres Kalorien-Wunder.
  • Aqua Vital: Ein Mittelweg zwischen Basic und Limit – für alle, die etwas fordernderes suchen, aber nicht sterben wollen.

Ein wichtiger Hinweis: Diese Kurse finden nicht im historischen Becken statt, sondern im separaten Kursbecken im Anbau. Das hat einen Vorteil: Sie finden auch dann statt, wenn das Hauptbecken wegen technischer Probleme geschlossen ist. Die Kurszeiten variieren je nach Saison und Tag – am besten informieren Sie sich direkt an der Kasse oder online. Die Plätze sind begrenzt und oft Wochen im Voraus ausgebucht. Ich rate zur frühzeitigen Anmeldung.

Die Sommerschließung: Ein jährliches Ritual

Ein Punkt, den viele nicht wissen: Das Stadtbad Lankwitz hat regelmäßig Sommerschließungen. Das klingt paradox – ein Hallenbad im Sommer zu schließen! Aber es hat einen simplen Grund: Die Mitarbeiter werden in den Sommermonaten in die Freibäder versetzt. Das Personal ist knapp, und die Berliner Bäder-Betriebe priorisieren im Sommer die Außenbecken. Also macht das Hallenbad zwei bis vier Wochen im Juli oder August dicht, damit das Sommerbad Lankwitz – das übrigens nur wenige hundert Meter entfernt liegt – voll besetzt werden kann.

Aus Nutzersicht ist das ärgerlich, aus Betriebssicht logisch. Ich habe gelernt, damit zu leben: Im Hochsommer fahre ich sowieso lieber raus ins Freie. Aber für alle, die regelmäßig im Hallenbad trainieren, ist das eine echte Umstellung. Mein Tipp: Nutzen Sie die Sommerpause für eine Schwimmpause oder weichen Sie auf andere Hallenbäder in der Umgebung aus.

Fazit: Lohnt sich der Besuch noch?

Ich will ehrlich sein: Das Stadtbad Lankwitz ist kein perfektes Bad. Die Technik ist in die Jahre gekommen, die Schließungen nerven, die Sanierung hängt wie ein Damoklesschwert über allem. Aber für 6 Euro bekommen Sie ein Stück Berliner Schwimmhistorie, ein Becken mit Charakter und ein Publikum, das so bunt ist wie die Stadt selbst. Wer hier schwimmt, gehört dazu.

Und die Zukunft? Die hängt – so mein Eindruck – weniger vom Geld ab als von politischem Willen. 50 Millionen Euro sind in einem Haushalt wie Berlin verschiebbar, wenn man will. Die Frage ist, ob die Politik ein altes, ehrliches Stadtbad dem Neubau-Center vorzieht. Ich drücke die Daumen – denn ein Berlin ohne das Stadtbad Lankwitz wäre ein Stück ärmer. Aber kommen Sie selbst vorbei und machen Sie sich ein Bild. Das Bad ist so gut wie sein letzter Eindruck – und der zählt hier noch immer. Vielleicht treffen wir uns ja am Beckenrand.

Felix Jung

Felix Jung

Felix Jung arbeitet seit fünfzehn Jahren als Journalist mit dem Schwerpunkt Familien- und Erziehungsthemen. In dieser Zeit hat er zahlreiche Beiträge zu den Phasen der Babyzeit, zur parental leave sowie zu alltäglichen Erziehungsfragen verfasst. Seine Texte basieren auf der Recherche wissenschaftlicher Studien und Gesprächen mit Fachleuten aus der Pädiatrie und Entwicklungspsychologie.

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